Die rechtlichen Grundlagen - Die Geschichte des Crypto Valley
Crypto Valley Pioneers Interviews · 8 Feb 2026 · 5:44
This film from the Crypto Valley Pioneers series features Luka Müller, co-founder of the law firm MME, who explains how he established the foundation as the go to legal form for crypto and blockchain projects. It looks at the legal groundwork that gave early projects a workable structure in Switzerland. The series explores the early days of Crypto Valley, which began in Zug in 2013, and started as an initiative of the City of Zug.
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From Crypto Valley Pioneers Interviews, hosted by Crypto Valley Pioneers.
Transcript
Wenn ich jetzt zurückdenke, “Wie kam es mit dieser Blockchain und diesen Blockchain-Projekten in Zug?” Ich glaube, einerseits war es Glück, Zufall, aber Zufall basiert immer auch auf gewissen Konstellationen, die bestehen. Dass wir wirklich Spezialisten hatten, die eben auch nicht nur die Compliance Seite, sondern auch die digitalen Anwendungen verstanden haben, insbesondere in den frühen Formen, das hat dazu geführt, dass wir ein guter Nährboden waren, um Fragen im Zusammenhang mit Blockchain-Anwendungen und Blockchain-Strukturen anzupacken.
Die Ausgangslage war, und das war ja auch so schwierig zu verstehen: “Wir wollen eine digitale Infrastruktur lancieren, die auf verschiedenen dezentralen Rechnern läuft, die niemandem gehört, die immer wieder Updates benötigt, die eine Community hat und die mit der eingebauten Ökonomie des Protokolls so läuft, dass die Teilnehmer Anreize haben, an diesem ganzen Ökosystem teilzunehmen.
Lieber Luca, kannst du uns eine entsprechende Struktur dafür finden?” Zuerst hat man eine GmbH oder AG ins Auge gefasst, wir kamen dann aber schnell zum Schluss, dass die Stiftung die richtige Lösung war. Das Leadership-Team damals um Vitalik hat das dann auch gesehen. “Ja, wir machen eine solche Stiftung, eine solche Protokoll-Stiftung.” Das war die Version 1.0.
Das war wirklich die einfachste. Nachher hat man dann dazugelernt, es wurde komplexer, auch in der Governance, die wir eingebaut haben. Dort wurde es dann noch komplexer. Das Endresultat dieses Fundraisings war dass man das Protokoll dann noch fertig entwickelt hat und dann nach der fertigen Entwicklung, und jetzt wird es ein wenig kompliziert, der Community, die beim Fundraiser mitgemacht hat, einen ersten Genesis-Block vorgeschlagen hat. In diesem Genesis-Block waren dann die Zuteilungen vorprogrammiert.
Und das ist die Frage, “was ist das juristisch? Was passiert hier genau juristisch?” Wir waren die einzigen, die das je gemacht haben, die allereinzigen, die ersten natürlich, und das hat dazu geführt, dass wir nachher dann überrannt worden sind mit Projekten, die das genau gleich machen wollten. Da haben sich die Projektteams die Klinke in die Hand gegeben. Es wurden Preise bezahlt, damit wir mit denen sprechen.
Das war wahnsinnig. Als Rechtsanwalt, als Kanzlei, da hat man Freude, wenn mal ein Mandat reinkommt oder zwei, drei. Das waren Hunderte, die auf einmal da reingebrochen sind. Ich meine, so ein Boom... Den Trend, den habe ich so nie vorher erlebt. Ich glaube, den werde ich auch nachher nicht mehr erleben. So etwas hat es noch nie gegeben. Es hatte immer noch gewisse rechtliche Unsicherheiten. Man betrat Neuland. Bitcoin wurde, wie heute noch, immer wieder mit Geldwäscherei und Kriminalität in Verbindung gebracht.
Und auf der anderen Seite hatten wir so gute, innovative Teams, die da vor unserer Tür standen. Das war nicht nur in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung sondern auch in Bezug auf die Erfüllung und Erledigung der Arbeit eine der härtesten Zeiten meines Lebens, 2016 bis 2018. Wir sehen, die Europäer haben mit MiCA regulatorische Grundlagen geschaffen. In Singapur werden über die MAS die Grundlagen geschaffen. Der Middle East ist auch bereit.
Wenn die USA auch noch kommen, dann ist die rechtliche Grundlage für das Ausrollen dieser Technologie wirklich dann auch global geschaffen. Und dann haben wir den globalen Wettbewerb. Und hier muss sich die Schweiz positionieren. Ob ich jetzt etwas dabei mitgewirkt habe oder nicht, völlig egal. Aber ich hatte und habe das Lebensprivileg, dass ich zu diesem Zeitpunkt dabei war und mitmachen konnte.
Wenn ich dann mal vor meinen Enkeln stehe und sie fragen, “Grossvater, wie hat das dann ausgesehen?” Dann kann ich sagen, “ich war dabei, ich hab’s gesehen. Ich habe das Auf und Ab und Freud und Leid miterlebt in dieser Zeit.” Das erachte ich als Privileg.