Bernhard Neidhart berichtet aus der Geschichte des Crypto Valley

Crypto Valley Pioneers Interviews · 10 Feb 2026 · 24:06

Bernhard Neidhart, head of the Office for Economic Affairs and Labor (AWA) of the Canton of Zug, speaks about the early days of Crypto Valley and what it took to bring Ethereum to Zug. He also talks about how the ecosystem developed and how location marketing works for a canton. The interview is part of the Crypto Valley Pioneers series.

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From Crypto Valley Pioneers Interviews, hosted by Crypto Valley Pioneers.

Transcript

Mein Name ist Bernard Neidhart. Ich bin Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zug seit 1999, unser Amt ist zuständig für vier grössere Bereiche, einer ist die Kontakstelle Wirtschaft, Wirtschaftsförderung, Standortmarketing, wie das auch genannt wird. Eine anderer Bereich ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Ein weiterer geht über den Arbeitnehmerschutz. Früher hat man von Arbeitsinspektoren gesprochen. Und ein dritter Bereich, da sind mehrere verschiedene Gesetze drin, wie Arbeitsbewilligungen für Drittstaaten, etc. Zug im Jahr 1999 Man muss sehen, das war die Zeit, als die Schweiz wirtschaftlich Probleme hatte,

die Produktivität, Steigerung pro Jahr am Ende der westlichen Länder war. Wir suchten den Weg als Schweiz wieder zu Europa, zum Marktzutritt und dann kamen diese Themen auf über den bilateralen Weg. Kurz danach war dann auch der Börsencrash, also das war die Umwelt, wo ich eingestiegen bin. Ich denke auch architektonisch sieht man, dass man seither eben in die Höhe baut. Also damals waren so sechsstöckige Blöcke das höchste, unterdessen wächst die Stadt in die Höhe, dementsprechend auch die Urbanität.

Ich glaube, Zug war immer so zwischen den Hotspots, Zürich und Luzern, dazwischen. Man hat eine gute Nische gefunden. Wir merken sehr bei Firmen, internationalen Firmen, mit den Mitarbeitern, deren Familien, dass sie Zug insbesondere dann auch schätzen, wenn sie Familien haben. Man hat da ein angenehmes Umfeld, eine wunderschöne Natur, man fühlt sich sicher. Man ist eben nicht der Anonymität der Stadt und auch den negativen Auswüchsen der Stadt so ausgesetzt, das wird sehr, sehr geschätzt.

Auf der anderen Seite sind natürlich, wenn man internationale Leute hat, die im IT-Bereich beispielsweise, die noch single sind, die wollen die vibrierende Stadt Zürich natürlich erleben und wohnen auch gerne da. Aber das ist kein Problem, weil der Weg nach Zug ist da relativ kurz für internationale Leute. Ja, ich glaube, da ist der Blockchain-Bereich eine Ausnahme. Da kann man wirklich festhalten, quasi auf ein, zwei Jahre genau, wann das gestartet ist. Bei den anderen ist es über die Jahre gewachsen, bei allen Branchen, Pharma hatten wir schon in den 80er Jahren und davor, und sie hat sich einfach beschleunigt.

Und auch grösser geworden ist diese Branche hier, und dasselbe gilt für Grosshandel, insbesondere natürlich auch Rohstoffhandel, als Teil davon. Da sind die stetigen Entwicklungen im Bereich Pharma, IT, ganz sicher eine Beschleunigung hat da stattgefunden. Was sicher ist, dass die Industrie, also der zweite Sektor der frühen 80er Jahre, auch noch Anfang 90er Jahre, sehr traditionell unterwegs war. Wie man das einfach kennt, hat eine starker Wandel Mitte 90er-Jahre eingesetzt, nämlich eine massive Veränderung Richtung Wertschöpfung, starke Industrie.

Das braucht natürlich sehr viele Brainworkers, wie man auf Neudeutsch sagt, dass viele hochqualifizierte Leute, die diese Wertschöpfung, diese neuen Ideen, diese Innovationen tragen, also auch überhaupt einmal erdenken und dann im Markt umsetzen. Und das hat durchaus entsprechend auch mit sich gebracht, dass Zug immer globaler wurde. Anfänge des Crypto Valley Ja, wenn ich mich richtig erinnere, war das rund 2012, als wir einen ersten Kontakt hatten, übrigens in diesem Zimmer, in diesem Sitzungszimmer, da waren so drei, vier Personen dabei, Schweizer und internationale Leute,

die dachten, dass die Schweiz, aber insbesondere Zug, sehr geeignet wäre, für ein Blockchain-Ökosystem. Ja, es ist durchaus so, unter diesen ersten, sagen wir, vier, fünf, sechs Personen, waren Leute, die kannten natürlich den Wirtschaftsstandort Zug. Insbesondere denke ich auch der damalige Jurist, der von der MME, Luka Müller, der sich da auch profiliert hat, ganz am Anfang schon mit möglichen Konstruktionen, gesetzlichen Konstruktionen, der kannte uns, und er wusste, wie wir quasi als Behörde wirken und auf Neuigkeiten, neue Dinge, zugehen.

Natürlich: "Blockchain, was ist das?", damals, haben wir uns gefragt. Wir mussten uns auch zuerst einmal dem Thema annähern. Wo liegt das Potenzial? Also unsere Aufgabe ist da zu erahnen, wie ist das volkswirtschaftliche Potenzial einer solchen Technologie? Und da sollen wir die zusätzlich unterstützen. Grundsätzlich können alle Firmen herkommen, wenn sie nicht kriminell sind. Wir haben ein liberales Handelssystem, Wirtschaftssystem, und direkt. Aber die Frage ist, wie weit geht die behördliche Unterstützung, sind da Netzwerke, Rahmenbedingungen. Und da mussten wir auch einiges lernen und das war aber sehr spannend mit diesen Leuten zusammen, das zu erarbeiten, zu lernen, auch die Technologie.

Ich ging selbst vier Stunden in die Schule bei denen und habe das Coding in einfachen Dingen einmal erlernt, zu verstehen, was heisst Blockchain. Und hier vielleicht eine Anmerkung für uns war immer entscheidend Blockchain, die Anwendung der Cryptocurrency, die war eigentlich immer nebensächlich. Aber sie waren dann dominant, weil die ersten Anwendungen der Blockchain waren primär auf Cryptocurrency ausgerichtet. Erste Schritte Und wir auf Stufe Kanton haben das dann weitergetrieben.

Die Stadt kam ein bisschen später dazu, das könnte ich vielleicht dann noch ausführen auf einer anderen Ebene. Aber von unserer Seite war natürlich schnell klar, diese Firmen brauchen einen Rechtsrahmen. Weil der erste grosse, das erste grosse Hindernis war natürlich, dass die Bank ihnen kein Konto eröffneten. Weil die Banken nicht mehr sicherstellen konnten, dass sie den Kunden kennen, woher kommt das Geld? Und das war am Anfang natürlich eine offene Flanke vom System, weil jeder konnte solche Coins oder Tokens kaufen, ohne sich auszuweisen, woher das Geld kommt.

Und das war natürlich gegen jegliche Bankregulierung, deshalb waren sie sehr zurückhaltend bis blockierend natürlich. Und das war für die Szene schwierig. Und dann merkten wir, dass es nicht nur das, sondern auch andere gesetzliche Hindernisse gibt. Und so waren wir da aus dem System heraus, also konkret Mathias Ruch, da waren wir namentlich dabei. Und auch Herr Fuhrer von furrerhugi war dabei, wo wir zu viert mit dem Regierungsrat Matthias Micherl zusammengesessen sind.

Und haben quasi diskutiert, wie können wir das machen? Wie können wir einen Gesetzesrahmen aufbauen? Weil das ist sehr viel Neues, was die Behörden ja gar nicht haben. Und deshalb waren wir der Meinung, im besten Sinne eines PPP-Modells, also Public Private Partnership. Wir machen doch eine Vereinigung, eine Association, die heisst die Swiss Blockchain Federation. Und da bringen wir alles zusammen, Behördliches, Wissenschaftliches und aus der Privatwirtschaft, zusammen und bauen das gemeinsam auf.

Und da haben wir dann stark investiert, wir haben auch klar von Anfang an darauf hingewiesen, dass es nicht nur der Kanton Zug sein kann, sondern dass eben beispielsweise der Kanton Zürich mit dabei sein muss. Und das war dann, da rannten wir offene Türen ein, und die haben dann auch wirklich mitgewirkt. Und so konnten wir in wenigen Jahren einen komplett neuen Gesetzesrahmen aufbauen. Der Rahmen, das war dann auch die Vision dieser Gruppe, dieser Arbeitsgruppe. Wir wollten keine Blockchain-Gesetzgebung, sondern wir wollten eigentlich eine technologie-neutrale Gesetzgebung.

Und so hatte man dann quasi von Gesetzsystem zu Gesetzsystemn das so ausgearbeitet, dass die speziellen Fragenstellungen auch der Blockchain darin gefasst werden können. Und das war ganz entscheidend für die Szene, die sich so entwickelt hat. Wie funktioniert Standortförderung? Ja, genau die Frage war zusammen mit der Blockchain-Szene hier immer wieder der journalistische Anstoss der vielen Fragen im Ausland, insbesondere auch, sie wollten immer wissen: "Wie habt ihr das geplant?"

Nein, so funktioniert Standort-Förderung und Entwicklung nicht, sondern es gibt gewisse Fundamente, die hier sind. Und wenn sich die einzelnen Teile zusammenfügen, Initiativen, dann kommt was raus. Ich habe erwähnt, dass wir ja schon eine Szene hatten im Bereich IT, im Bereich Finanzdienstleistung, dass wir Rahmenbedingen haben, den föderalistischen, den liberalen Gedanken, das liberale Gedankengut in der Wirtschaft. Und das hat das zusammengebracht, dass diese Leute mit dieser neuen Idee der Blockchain hierhergekommen sind. Unser Teil war dann, dass wir relativ schnell erkannten, dass hier riesiges Potenzial herrscht, dass wir das aufnehmen und helfen, beschleunigen, vernetzen.

Das war unsere großsse Leistung und natürlich Details wie Bewilligungen, Ausländerbewilligungen, das war ein Teil davon, von unserer Umsetzung dann. Aber es gibt keinen Masterplan, dass man sagen kann: "Ich will eine Blockchain-Szene hier!" oder Nanotechnologie, das funktioniert aus Erfahrung nicht. Die Funktion von Ethereum für Crypto Valley Ethereum ist wirklich ein ganz spezielles, schlagendes Beispiel. Erstens, weil sehr früh in der Szene, 2013 war das, glaube ich.

Und zweitens war es für uns, so hatten wir das damals eingeschätzt, ein ganz wichtiges Puzzleteil. Wenn wir Ethereum nicht gewonnen hätten für den Standort Zug, wäre mutmasslich die Szene hier implodiert, bevor sie wirklich gross geworden wäre. Und ein Element daraus war natürlich Vitalik Buterin selbst, der Ethereum gegründet hat, das ist auf seinem Gedankengut entstanden. Damals ein 19-jähriger Mann, aus Kanada kommend, und der hat das Ethereum-Whitepaper schon gehabt, aber noch nicht mehr.

Das heisst, er hat eine Konzeptskizze gehabt, noch keinen Businessplan, nichts. Und wir wussten, dass diese Person ganz entscheidend ist für Blockchain. Und jetzt ging es darum: "Können wir ihm diese Personenaufenthaltserlaubnis erteilen?" Es geht für eine Drittstaatsperson, sie muss hochqualifiziert sein, muss ein Studium abgeschlossen haben, Berufsverwahrung haben, sie muss einen Businessplan haben. Das hatte diese Person alles nicht, ausser dem Renomee und der Reputation, dass sie entscheidend ist für dieses Netzwerk. Und wir waren nahe genug dran, als Behörde, als Amt, dass wir dieses Potenzial dieser Person erkannten.

Und dann haben wir mit einem Sonderbegründungsschreiben an das Sekretariat für Migration, das Gesuch um ein Kontingent begleitet, damit der Bund das eben auch nachvollziehen konnte, dass man mit Ausnahmen, quasi ein Ausnahme-Tatbestand, den es schon gibt im Gesetz, also es war nicht ungesetzlich, aber es ist ein Ausnahme-Tatbestand, dass man dieser Person eine Arbeitsbewilligung erteilen konnte. Das war sicher ein spezieller Moment, wo vielleicht nicht jeder Kanton oder jeder Staat einfach einem 19-Jährigen ohne ein Studium absolviert zu haben, ein Kontingent gibt.

Das war sicher eine Win-Win-Situationen, wo natürlich einerseits die Szene profitiert hat, dass sie die Möglichkeit hat, hier zu starten, auf der anderen Seite war es für uns ganz entscheidend, dass eben weitere Interessenten nach Zug kamen, um dieses Ökosystem weiter aufzubauen. Internationale Delegationen besuchen Crypto Valley Das ist mehrfach passiert, und insbesondere hat man ja relativ schnell vom Ökosystem, die haben eine eigene Association, Crypto Valley Association, wie sie heisst, und die haben internationale Meetings hier gemacht, da sind sie von der ganzen Welt hergeflogen, diese Krypto-Spezialisten und -Spezialistinnen. Das hat viele Frauen auch in dieser Technologie drin, und die haben sich hier getroffen, die wollten wissen, wo das passiert ist.

Und das ist noch interessant, zum Beispiel, es war ein Crypto-Summit-Meeting hier, immer global ausgeschrieben, ich glaube so 2017, 2018, da hat man die Generation vor sechs Jahren, also die Gründeration, gefeiert wie Legenden. Sie konnten darstellen, was da passiert ist, die Teilnehmer, die Jungen quasi in diesem Ökosystem haben mit offenen Ohren und Augen einfach zugehört und waren fasziniert. Und das erst nach fünf, sechs Jahren einer Szene, also es war beeindruckend. Ja, die allererste Generation, vielleicht die ersten drei, vier, fünf Jahre, da waren die Träger, die Promotoren dieser Szene, sehr besählt von einer Vision.

Und unterdessen ist das sehr versachlicht, Richtung Kommerz, logischerweise, business-orientiert, was kann man damit machen. Und was mich langsam auch freut, dass sich langsam die Blockchain als Technologie breitere Anwendungsfelder erarbeitet. Also die ganzen Beschaffungsketten und so weiter, man merkt, dass Blockchain weit mehr ist als einfach irgendwelche Geldflüsse. Das hat sich schon verändert.

Token Sales: Ein spezieller Aspekt der Blockchain-Szene Also es ist schon... ein Aspekt ist ganz speziell bei Blockchain. Blockchain, die Unternehmer, die haben eine Idee, ein Whitepaper, wie sie die Blockchain bauen wollen. Und dann verkaufen sie Tokens, Coins, und mit dem Geld, dass sie einnehmen, programmieren sie dann letztlich das Ganze. Das heisst, das ist nicht der Income über die geschäftliche Tätigkeit, sondern man verkauft ein Konzept, zieht Geld ein, mit dem Geld baut man das eigentlich erst.

Und das ist schon noch speziell. Und wenn sie, wir haben zig solche Fälle gehabt, die haben 50 Millionen eingenommen, 100 Millionen Franken, es gibt auch die Unicorns, die sind da noch mehr. Und mit dem Geld müssen sie umgehen können. Und das verlangt sehr viel Disziplin, sehr viel betriebstschaftliches Zukunftsdenken, dass man eben letztendlich das Geld auch so investiert, dass man relativ schnell dann eben über, es braucht schnell trotzdem drei, vier Jahre, dass diese Blockchain dann so gebaut ist, dass sie kommerzialisiert werden kann.

Und das prägt die Menschen. Der eine kann weniger mit dem vielen Geld umgehen. Und die Burn Rate, wie man schon so schön sagt, dass man das investierte Kapital dann quasi verbrennt, nicht zielgerichtet einsetzt, ist dann auch die Gefahr, die besteht, und das ist das Risiko der Investoren natürlich. Kritische Stimmen in der Hype-Phase 2017 Genau, da musste ich selbst sogar persönlich ein bisschen auf die Bremse stehen, weil die Euphorie war auch natürlich in unserem Amt gross, wenn so ein ICO stattgefunden hat, also ein Initial Coin Offering.

Und quasi so 50 oder 100 Millionen da reingekommen sind, dann habe ich immer gesagt: "Das ist noch nicht der volkswirtschaftliche Nutzen, Diese 50 Millionen, 100 Millionen. Entscheidend ist, was sie mit diesem Geld machen. Dort entsteht dann erst im Nachgang der volkswirtschaftliche Nutzen." Und so musste wir auch uns selbst wieder an die Kandare nehmen und genau analysieren, was heisst das, Volksschaftlicher Nutzen? Also wir durften uns auch nicht blenden lassen von diesen ICOs. Kritische Stimmen 2 Gut, im Kanton, das war dann einfach mal primär einbezahlt als solches.

Das ist dann noch nicht volkswirtschaftlich relevant als solches, sie werden da erst volkswirtschaft relevant, diese Gelder, wenn man damit Arbeitsplätze bezahlt und Innovationen schafft, also Blockchains kreiert. Ja, da war ich dann auch persönlich sehr stark vom Anfang an wirklich sehr kritisch in diesem Punkt. Und hab auch meine Leute dazu quasi aufgefordert, zu schauen, was heisst eigentlich der Business Plan? Ein Token-Selling, Coin-Selling per se, das ist noch kein Business Plan. Rolle der FINMA Ja, ganz entscheidend, ich glaube das war ein Milestone, der entscheidend war, dass es überhaupt weiter ging.

Nach den ersten zwei, drei Jahren, da war FINMA dran. Und am Scheideweg. Sollen sie das blockieren, indem sie ganz grosse Vorlagen machen, quasi fast eine Banklizenz verlangen? Oder reicht es beispielsweise, dass man sie nur dem Geldwäschereigesetz unterstellt. Das sind so die ganz grossen Fragen, damals, die aufgekommen sind. Und FINMA musste sich auch die Zeit lassen, mit Kontakten in die Szene, da konnten wir auch verbinden, die Kontakte herstellen. Und den ersten grossen Druchbruch hat dann FINMA geschafft, als sie mal die Tokens charakterisiert hat.

Tokens können drei Hauptausprägungen haben, im Detail können sie aber auch Mischformen sein. Und das kann man als Zahlungsmittel haben, man kann es als Rechtebezug bezeichnen, oder als Vermögen. Und je nachdem, welcher Anwendungscharakter überwiegt, verlangt FINMA eine andere Vorgabe und so weiter. Und FINMA war damals nach einigen Monaten, nach intensiven Diskussionen bereit, auf einen Weg zu gehen mit der Branche.

Sie hat gesagt: "Okay, wir fangen mal geordnet an. Wir unterstellen euch dem Geldwäschereigesetz. Wir wollen aber mit euch zusammen den nächsten Weg gehen. Wir wollen nahe dran bleiben. Was macht ihr genau? Wie entwickelt sich das, dass wir eben unsere Vorgaben anpassen können?" Und dank diesem Charakterisieren dieser Tokens hat man auch ein System geschaffen, wo man sich daran ausrichten konnte, so dass man gesagt hat: "Okay, das braucht ja gar keine Banklizenz. Das braucht vielleicht nur eine Wertschöpfungslizenz oder was auch immer.

Und so war es ganz entscheidend, dass FINMA damals eine gewisse Offenheit hatte für die Weiterentwicklung. Klar, es ist ein Regulator, die FINMA. Und die können auch nicht alle Freiheiten geben, auch die berühmten Sandboxes kann man auch nicht beliebig zur Verfügung stellen. Aber immerhin, damals war es wichtig, sie hätten tatsächlich diese Branche implodieren lassen können, wenn da keine Offenheit gewesen wäre. Hat Crypto Valley Zug verändert? Ich glaube, dass es gesellschaftlich gesehen nicht grosse Verwerfungen oder Änderungen gab im eigentlichen Sinn.

Man war neugierig, also wenn man mit den Leuten auf der Straße gesprochen hat, oder auch Unternehmen, Gewerblern, die nicht so nah an diesem Thema waren, da waren sie sehr neugierig. Das spricht für die Zukunft, dass man offen ist für diese Dinge, dass man das verstehen möchte. Und da haben sie, da hatten wir sehr viele Diskussionen selbstverständlich. Und wir hatten sogar die Idee, aber die Pandemie kam dazwischen, dass man sogar eine Blockchain-Ausstellung, eine Zugermesse machen würde für die breite Bevölkerung. Und die Branche wollte das, aber das kam dann eben quer rein, wir konnten das nicht.

Also man hat gemerkt, dass da wirklich ein Bedürfnis ist, ein Wissensbedürfnis, ein Informationsbedürfnis für die ganz normale Bevölkerung in einem Bereich, der technologisch nicht ganz so einfach zu erklären ist natürlich. Aber so war es eben, dass wir oft halt auch referiert haben, informiert haben. Und tatsächlich, wir hatten so Etappen, ich denke, die erste Etappe war jene, die einfach bis zu Beginn der Gesetzgebung war. Die Gesetzgebung selbst, zusammen mit dieser Swiss Blockchain Federation, die dauerte ja dann auch rund vier Jahre, bis im Parlament diese Gesetze durch waren und dann in Kraft traten, 2021.

Das war die zweite Phase, und seither ist der rechtliche Rahmen fixiert. Das wird übrigens nach wie vor sehr gelobt international. Im Sinne: "Wir brauchen diese Vorgaben, damit unsere Branche auch geschützt ist." Es ist sehr modern, sie lässt auch genügend Raum für Innovationen. Deshalb ist es nach wie vor, schauen viele Neuunternehmungen in diesem Bereich nach Zug, um allenfalls hier zu starten, weil nicht jeder Staat diese Offenheit eben hat, oder diese klaren Gesetzgebungen, die eben auch Verlässlichkeit bieten.

Das volkswirtschaftliche Fazit Auf jeden Fall, das ist ja ein, der Volkswirtschaftliche Nutzen dieser Szene ist so erfrischend erneuernd für die Firmen, die hier sind, die traditionellen Firmen, die immer wieder darum ringen, neue Produkte zu haben. Sie können sich dank dieser Szene neu innovieren, neue Produkte entwickeln oder alte Produkte in die Moderne bringen.

Das ist ja typisch Wirtschaft, da ist ein Life-Cycle dahinter. Man wächst, man steht, man wächst und dann irgendwann gibt es eine Konsolierungsphase, und je nachdem, wenn man das nicht anpasst, an die Zukunft, dann läuft das auch wieder aus und stirbt ab. Und sowas wie die Blockchain-Szene hat vieles wieder erneuert, verjüngt und zukunftsträchtiger gemacht. Und ich glaube, das ist vielleicht das Stichwort für den Standort, den Wirtschaftsstandort, dass wir eben zukunftsträchtige Arbeitsplätze jetzt haben, weit über die eigentliche Blockchain-Szene hinaus, die eben profitieren von diesen Renovationen. Evolution des Crypto Valley Für uns ist es einfach wichtig, dass diese Szene mit diesem Know-How sich weiter vernetzt, und das Potenzial erarbeitet, dass diese Technologie in sich trägt,

zugunsten von unseren Firmen, und dass natürlich durch das auch andere Firmen hierher schauen, andernfalls hierherkommen, um davon profitieren zu können, das ist sicher sehr positiv.