André Wicki berichtet aus der Geschichte des Crypto Valley

Crypto Valley Pioneers Interviews · 10 Feb 2026 · 10:24

André Wicki, mayor (Stadtpräsident) of the city of Zug at the time of the interview, recounts how Zug became the first municipality in the world to accept bitcoin payments. The city began letting residents pay certain fees in bitcoin in 2016, and Wicki had been on the city council since 2011. The interview is part of the Crypto Valley Pioneers series.

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From Crypto Valley Pioneers Interviews, hosted by Crypto Valley Pioneers.

Transcript

Hallo, mein Name ist André Wicki. Ich bin Stadtpräsident der Stadt Zug. Ich war zuerst acht Jahre im Baudepartement, vier Jahre im Finanzdepartement. Und seit Januar habe ich die grosse Ehre, in der Stadt Zug Präsident zu sein. DNA der Stadt Zug Ja, wir wollten mal wissen, wer sind wir überhaupt? Wir haben viele gute Ideen, wir gehen Ideen auch an.

Und auch da haben wir gesagt, okay, lass uns mal eine Stadtidee entwickeln. Wir haben da die Firma Wire eingeladen. Da gab es Speed-Datings für Leute, für Damen und Herren aus Politik, Kultur, Wirtschaft. Und daraus ist wirklich die DNA entstanden. Und wir kennen unsere DNA, aber wir haben unsere DNA noch nie niedergeschrieben. Das sind einerseits die kurzen Wege. Das ist die Macher-Mentalität. Das ist aber auch Bescheidenheit durch Tradition. Vielfalt durch Offenheit. Wir sind ein kleiner Kanton, wir sind der kleinste Kanton der Schweiz.

Wir sind eine kleine Stadt mit 32'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Aber wir lieben die Vielfalt. Wir sind international aufgestellt, ohne dass wir unsere Tradition vergessen. Und die Macher-Mentalität, wir wollen wirklich ausprobieren. Und das ist wirklich, ich kann schon sagen, unsere Bibel, die hat jeder Stadtrat von uns auf der Seite links, rechts, und das letzte Mal als ich reingeschaut habe, das war gestern Abend. Da hatten wir einen tollen Anlass.

Einmal im Jahr laden wir auch verschiedene Leute ein zu einem schönen Abend. Die kommen aus Kultur, aus der Wirtschaft, aus verschiedenen Branchen. Und auch da, das ist wirklich unsere DNA. Wir sitzen mit den Leuten zusammen. Wir gehen eine Idee an wie Kryptowährungen und das hat viel mit unserer DNA hier in Zug zu tun. Ein Student erklärt der Stadt 2016, was Bitcoin und Blockchain ist. Ich meine, das Stadthaus, das war früher am Kolinplatz. Ein sehr schönes altes Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Auch der Stadtratssahl in einem schönen alten Saal.

Und als der Student reingekommen ist, wollten wir den Bildschirm aufschalten. Und oft war es so, dass der Bildschirm nicht funktioniert hat. Wir haben den Studenten gefragt: "Ja, kannst du uns da kurz helfen." Und nach zwei Minuten ging der Bildschirm wieder. Da hat er schon mal zu 50 Prozent gewonnen. Er hat uns dann das präsentiert, was sind Kryptowährungen und was ist Bitcoin. Und nach zehn Minuten, ich bin mir vorgekommen wie in einen Boxring. Da waren wir wirklich erschlagen und hatten gesagt: "Hey, wir haben zwar nicht alles verstanden.

Aber das ist supertoll. Da müssen wir unbedingt eine Medienmitteilung rauslassen." Stadt Zug als erste Stadt akzeptiert Bitcoins. Und dann ging der ganze Rush los. Wir hatten PR in einem Wert von über 20 Millionen Franken. Wir wurden überhäuft von Anfragen auf allen Kanälen, und dann ging's los. Das war wirklich Goldgräberstimmung. Und mittlerweile können wir ja sagen, dass in der Schweiz über 50 Prozent von allen Firmen, die im Bereich Kryptowährung sind, die sind wirklich in Zug.

Die sind in Zug. In der Stadt Zug. Angefangen bei Bitcoin Suisse. Die SEBA ist im alten Stadthaus eingezogen, absolut genial. Und es gibt viele Veranstaltungen, von der ganzen Welt kommen die Leute. Also, wir sind, ich würde schon sagen, wir sind schon ein bisschen weiter als zur Goldgräberzeit. Der Erfolg des Crypto Valley Das war wirklich ein durchschlagender Erfolg. Und wir waren selber sehr, sehr überrascht, positiv überrascht. Am Anfang gab es auch die eine oder andere Anfrage.

„Ja, braucht es das? Jetzt wollen wir kein Bargeld mehr? Wir wollen alles über Kryptowährung? Das ist unsicher.“ Ja, die meisten Leute haben gar nicht gewusst, dass wir da von 200 Franken sprechen, die die Stadt Zug anbietet für Dienstleistungen, die mit Bitcoins bezahlt werden können. Aber das hat niemanden interessiert. Wir waren die erste Stadt, die das macht. Und das gab wirklich weltweit einen grossen Aufruf. Das Ganze ist ein bisschen symptomatisch für die Stadt Zug.

Wir wollen ausprobieren. Wir sind innovativ. Ausprobieren geht über studieren. Klappt es? Super. Dann setzen wir das um. Klappt es nicht, dann haben wir es wenigstens ausprobiert. Es gehört bestimmt zu unserer DNA in der Stadt Zug. Klein und fein, innovativ. Wir setzen auf Innovation. Wir setzen aber auch auf Tradition. Und das gibt eine ganz tolle Mischung. Warum sich die Stadt auf Crypto Valley einliess Ja, so, ich kann nur sagen, die DNA der Stadt Zug, da gibt es auch ein Buch dazu. Was die DNA ist von der Stadt Zug und da steht auch ausprobieren geht über studieren.

Die ganzen kurzen Wege, die wir haben, die Macher-Mentalität. Und das hat sich dort auch gezeigt. Da kommt einer, hat eine Idee. Was ist das? Bitcoin, Krypto, was soll das? Das haben wir uns angeschaut. Und irgendwo war das nicht Ratio, sondern das war Bauchgefühl von uns allen im Gesamtstaatrat. "Das kann was Tolles geben. Lasst uns das mal ausprobieren." Ein magischer Moment der glücklichen Zufälle Absolut. Ich bin der Überzeugung, das ist meine persönliche Meinung, es gibt keine Zufälle.

Die guten Ideen brauchen auch einen richtigen Zeitpunkt. Das hat alles zusammengespielt. Einerseits, dass viele bekannte Leute oder heute bekannte Leute, diese Idee aufgenommen haben im Kryptobereich. Dass wir zur gleichen Zeit einen Studenten gehabt haben, der seine Bachelorarbeit in diesem Bereich gemacht hat. Und dass wir von unser DNA auch gesagt haben: "Lasst uns das angehen. Und wir finden bestimmt hier in der kleinen Stadt Zug einen Raum, wo ihr mal loslegen könnt." Und das eine hat das andere ergeben. Und so ist es dazu gekommen und so geht es weiter.

Wie ist Crypto Valley heute in Zug spürbar? Also Crypto Valley ist wirklich schon der Name, und das war ja auch unser Wunsch, dass man mal von einem Valley in Zug reden kann. Das ist nicht nur angekommen, sondern das entwickelt sich auch weiter. Kürzlich von ein paar Wochen war ich im Theater Casino am CV Summit, ich durfte einleitend über Crypto Valley sprechen. Es gab einen anderen Anlass beim SHED nebenan. Und die Leute kommen von international. Die Leute sind begeistert. Nicht nur begeistert, dass es hier ist, sondern dass wir auch offen sind, dass die Stadt und auch der Kanton das entsprechend unterstützen.

Ja, wir glauben daran,6 und das wird auch weiterhin so sein. Und am CV Summit hab ich das auch gesehen und auch am anderen Anlass. Da wird von Metaverse gesprochen, Next Step, künstliche Intelligenz. Heute spricht alles von künstlicher Intelligenz. Die Reise geht weiter. Wir wollen dabei sein. Wir wollen an vorderster Front dabei sein. Und wir sind natürlich glücklich und wissen das auch zu schätzen, dass die Leute auch an uns glauben hier im Crypto Valley. Und das gibt es selbstverständlich. Im Stadttrag laden wir auch Personen ein, mit neuen Ideen.

Kürzlich war eine bekannte Firma im Bereich Cyber Security hier, die uns mal aufgezeigt hat, was da alles abläuft. Es gibt ja immer Chancen und Gefahren. Wir hatten auch letztens zwei Personen hier im Bereich Metaverse. Da wollen wir auch in der Stadt Zug etwas aufbauen. Auch da, wir wollen es ausprobieren. Die Reise geht weiter. Die Goldgräberstimmung hält noch an. Und es ist noch nicht abgeschlossen. Und ich bin schon der Überzeugung, dass mit unserer DNA das Pioniertum erst angefangen hat. Neue Projekte für die Stadtentwicklung.

Es gibt natürlich verschiedene Aspekte in diesem Bereich, das hat mit der ganzen Digitalisierung zu tun, dass wir in der Stadt Zug zum Beispiel E-Zug haben. Das kann jeder von uns auf sein Handy runterladen. Und da kannst du wirklich all die Dienstleistungen, die von der Stadtzug angeboten werden, die kannst du von zu Hause im Wochenende, im Zug, was auch immer, die kannst du runterladen, sei das eine Wohnsitzbescheinigung, wenn du Kinder hast und deine Kinder sind vielleicht krank oder du musst sie abmelden oder eine Anfrage starten.

Da kannst du das auch über das Portal von der Stadt Zug entsprechend eingeben. Und so kommunizieren wir natürlich, wir reden nach wie vor. Wir freuen uns, wenn die Leute zu uns in das Stadthaus kommen, aber wir sind alle sehr, sehr digital unterwegs, bieten beides an. Und so gibt es auch verschiedene, viele Aktivitäten, die wir weiter verfolgen und die ja schlussendlich zum Wohl der Stadt Zug, von den Bewohnerinnen und Bewohnern sind.